Abhängigkeit
Abhängigkeit – Eine chronische Erkrankung mit vielen Gesichtern
igsten psychischen Störungen weltweit. Sie betreffen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern greifen tief in die Psyche, das soziale Leben und den Alltag ein. Eine Abhängigkeit liegt vor, wenn der Konsum einer Substanz oder ein bestimmtes Verhalten nicht mehr willentlich gesteuert werden kann – selbst dann, wenn bereits negative Konsequenzen eingetreten sind. Mehr erfahren →
- Letztes Update: 12.08.2026
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Unser Team aus erfahrenen Sucht- und Psychotherapeut:innen im 1. Bezirk in Wien begleitet Sie professionell bei allen Formen der Abhängigkeit – von Alkohol und Medikamenten bis hin zu Verhaltenssüchten. Gemeinsam entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan: von Entzug und Entwöhnung über psychotherapeutische Aufarbeitung der Auslöser bis hin zu Rückfallprävention und langfristiger Stabilisierung. Ziel ist es, Ihre innere Freiheit zurückzugewinnen und Lebensqualität nachhaltig zu stärken.
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Alles über Abhängigkeit

Dr. Katrin Wippersberg ist eine vielseitig ausgebildete Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin, die mit viel Einfühlungsvermögen und umfassender Erfahrung in der Behandlung von Trauma, Angststörungen und Depressionen sowie als fundierte Paartherapeutin arbeitet.
Definition: Abhängigkeit zählt zu den häufigsten psychischen Störungen und belastet Körper, Psyche und soziales Leben. Sie liegt vor, wenn Substanzkonsum oder Verhalten trotz negativer Folgen nicht mehr kontrollierbar sind. Beispiele reichen von Alkohol und Nikotin über Drogen bis zu Verhaltenssüchten wie Glücksspiel oder übermäßigem Internetkonsum. Allen Formen gemeinsam sind Kontrollverlust, sozialer Rückzug und die Fixierung auf eine kurzfristig entlastende Handlung.
Abhängigkeit auf einen Blick
| Aspekt | Kurz-Essenz |
|---|---|
| Was ist Abhängigkeit? | Zählt zu den häufigsten psychischen Störungen; liegt vor, wenn Substanzkonsum oder Verhalten trotz negativer Folgen nicht mehr kontrollierbar ist. Betrifft Körper, Psyche und soziales Leben; reicht von Alkohol/Nikotin, Medikamenten & Drogen bis zu Verhaltenssüchten (z. B. Glücksspiel, Internet/Gaming, Kauf- & Arbeitssucht). |
| Warum entsteht sie? | Multifaktoriell: genetische Disposition & neurobiologische Besonderheiten (Belohnungssystem), plus psychische Belastungen (Trauma, emotionale Instabilität, geringe Frustrationstoleranz, Depression, ADHS) und soziale Einflüsse (belastende Kindheit, Gruppendruck, Armut, Isolation, familiäre Vorbelastung). |
| Woran erkennt man sie? | Kontrollverlust, Craving, Toleranzentwicklung, Entzug, Vernachlässigung anderer Bereiche und Fortsetzen trotz Schäden. Verlauf: zunächst „harmloser“ Konsum → Ritualisierung → Rückzug, Gereiztheit, Verheimlichen, Stimmungsschwankungen sowie Schlafstörungen, Erschöpfung, Angst. |
| Wie wird sie diagnostiziert? | Klinisches Gespräch, standardisierte Fragebögen (z. B. AUDIT, DUDIT), Verhaltensbeobachtung, körperliche Untersuchungen & Labortests (u. a. Leberwerte, Urin) sowie Angehörigenanamnese. ICD-10: innerhalb von 12 Monaten ≥3 Merkmale (u. a. Craving, Kontrollverlust, Entzug, Toleranz, Vernachlässigung, Konsum trotz Schaden). DSM-5: Substanzgebrauchsstörung mit Schweregraden. |
| Wie wird sie behandelt? | Phasenmodell: medizinisch begleiteter Entzug (stationär/ambulant) → psychotherapeutische Entwöhnung (Verhaltenstherapie, Gruppe, motivationale Gesprächsführung) ± medikamentöse Unterstützung (z. B. Methadon, Naltrexon) → soziale Reintegration & Rückfallprävention. Ziel: innere Freiheit & nachhaltige Lebensqualität. |
Diagnostische Kriterien nach ICD-10 und DSM-5
Internationale Klassifikationssysteme wie ICD-10 und DSM-5 legen klare Kriterien fest, um eine Abhängigkeit zu diagnostizieren. Nach ICD-10 müssen innerhalb von zwölf Monaten mindestens drei Merkmale gleichzeitig auftreten: ein starkes Verlangen oder Zwang zum Konsum (Craving), eine eingeschränkte Kontrolle über Beginn, Menge oder Beendigung, körperliche Entzugssymptome bei Reduktion oder Absetzen, eine Toleranzentwicklung mit steigendem Dosisbedarf, eine zunehmende Vernachlässigung anderer Lebensbereiche sowie das Fortsetzen des Konsums trotz schädlicher Folgen.
Im DSM-5 werden diese Aspekte unter dem Begriff „Substanzgebrauchsstörung“ zusammengefasst und zusätzlich in Schweregrade unterteilt – je nachdem, wie viele Kriterien erfüllt sind.
Formen von Abhängigkeit – stoffgebunden und verhaltensbezogen
Zu den klassischen stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen zählen Alkohol- und Nikotinkonsum. Häufig sind auch illegale Drogen wie Cannabis, Kokain oder Heroin sowie der missbräuchliche Gebrauch von Medikamenten, etwa Beruhigungs- oder Schmerzmitteln. Neben diesen Substanzabhängigkeiten gibt es nicht stoffgebundene Süchte, die nach demselben Muster von Kontrollverlust, Toleranzentwicklung und Entzug verlaufen. Beispiele sind pathologisches Glücksspiel, Internetsucht und Gaming Disorder, Kaufsucht, Arbeitssucht und in seltener Ausprägung auch Sex- oder Sportsucht. All diese Störungen dienen der kurzfristigen Emotionsregulation oder inneren Stabilisierung, mindern jedoch langfristig die Lebensqualität.
Ursachen – ein komplexes Zusammenspiel
Verlauf und typische Anzeichen
Eine Sucht beginnt oft mit scheinbar harmlosem Konsum. Mit der Zeit ritualisiert sich das Verhalten und entzieht sich zunehmend der Kontrolle. Der Alltag kreist immer stärker um die Substanz oder das Verhalten, während Schule, Arbeit und Freundschaften vernachlässigt werden. Ohne den gewohnten Konsum erleben Betroffene innere Leere oder starke Spannungszustände, ziehen sich zurück, reagieren gereizt, verheimlichen ihr Verhalten oder schwanken in der Stimmung. Hinzu kommen körperliche und psychische Beschwerden wie Schlafstörungen, Erschöpfung oder Angst. Im weiteren Verlauf entstehen tiefgreifende Schäden auf körperlicher, seelischer und sozialer Ebene.
Diagnostik – fundiert und differenziert
Die Diagnose einer Abhängigkeit erfolgt im ausführlichen klinischen Gespräch und wird durch standardisierte Fragebögen wie AUDIT für Alkohol oder DUDIT für Drogen, durch Verhaltensbeobachtungen, durch körperliche Untersuchungen und Labortests wie Leberwerte oder Urinanalysen sowie durch Einschätzungen von Angehörigen ergänzt. Eine präzise Differenzialdiagnose ist unverzichtbar, da Sucht sich häufig mit anderen psychischen Störungen überschneidet. Besonders häufig treten Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizite gleichzeitig auf. Nur eine umfassende Diagnostik ermöglicht eine gezielte und wirksame Behandlung.
Spezialist:innen für Abhängigkeit in Wien
Behandlung – Schritte in Richtung Freiheit
Die Therapie einer Abhängigkeit verläuft in mehreren Phasen und wird individuell abgestimmt. Sie umfasst in der Regel eine medizinisch begleitete Entzugsbehandlung im stationären oder ambulanten Rahmen, daran anschließende psychotherapeutische Entwöhnung mit Methoden wie Verhaltenstherapie, Gruppentherapie oder motivationaler Gesprächsführung und bei Bedarf eine medikamentöse Unterstützung, etwa Methadon bei Opiatabhängigkeit oder Naltrexon bei Alkoholsucht. Abschließend fördert soziale Reintegration mit betreutem Wohnen, Rückfallprophylaxegruppen oder beruflicher Wiedereingliederung die langfristige Stabilisierung. Ziel ist nicht bloßer Verzicht, sondern der Aufbau neuer Strategien im Umgang mit Stress, Gefühlen, Beziehungen und Selbstwert.
Abhängigkeit im Jugendalter – besonders vulnerabel
Jugendliche sind besonders anfällig für suchtbezogene Verhaltensweisen, weil ihre Gehirnentwicklung noch nicht abgeschlossen ist, sie ein höheres Risikoverhalten zeigen und ein starkes Bedürfnis nach Zugehörigkeit haben. Typische Einstiegsszenarien sind Alkohol und Nikotin, exzessives Gaming oder Social Media und der Mischkonsum von Cannabis oder Medikamenten. Eltern, Schulen und andere Bezugspersonen sollten auf Warnsignale wie sozialen Rückzug, Leistungsabfall oder emotionale Instabilität achten und frühzeitig professionelle Unterstützung hinzuziehen.
Gesellschaftliche Bedeutung – Sucht ist ein kollektives Thema
Sucht betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Familien, Betriebe, Bildungseinrichtungen und das Gesundheitswesen. Sie verursacht erhebliche Folgekosten und führt oft zu Scham, Schuld und Ausgrenzung. Eine wirksame gesellschaftliche Antwort setzt deshalb auf Prävention, Aufklärung und frühzeitige Unterstützung statt auf Verurteilung. Sucht ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine behandelbare Erkrankung.





